Transaktionsanalyse
Ich möchte euch hier noch einige weiterführende Gedanken mit-teilen, welche ich im Laufe der Zeit bereits in unterschiedlichen Foren und Gruppen im WWW gepostet hatte – so als zusammenfassende Ergänzung zum Buch:
Thread über TA auf der Businessplattform Xing in der Gruppe
brain-friendly – gehirn-gerechtes Arbeiten, Lehren und Lernen
gepostet am 28.4.2008:
Also ich hab in meiner NLP-Ausbildung das Dramadreieck kennen gelernt – mein Lehrer „erfand“ damals Trinergy®, welches eine Kombination aus NLP mit eben diesen Dramadynamiken – und auch deren Lösung – darstellt.
Also eigentlich bin ich ja erst auf einem TA-Einführungswochenende auf NLP aufmerksam geworden – weil da einige der Teilnehmer ganz fürchterlich darüber gewettert hatten – und das machte mich neugierig – so bin ich *lach*.
Als ich jetzt mein bisher letztes Buch geschrieben habe, hab ich mich auch intensiv mit dem „Original“ des Dramadreiecks beschäftigt – also mit der TA – und ich hab einige Erkenntnisse erlangt, was für mich persönlich ganz wichtig sind.
Und die Kenntnis des Dramadreiecks und den Ich-Zustands-Modell fließt natürlich auch in meinen Trainings ein – allerdings musste ich erkennen, dass speziell Langzeitarbeitslose nicht wirklich was mit derartigen Themen am Hut haben – was auch wieder klar ist, weil würden sie ihr Opfer-Sein anerkennen, würden sie möglicherweise keins mehr sein wollen – meine Überlegung.
Ansonsten versuch ich einfach immer – immer wieder Win-Win-Situationen zu erschaffen – auch in jeglicher Art von Trainings – und damit eben einen Umgang aus dem Erwachsenen-Ich heraus zu gewährleisten.
gepostet am 28.4.2008:
Aber die Beobachtung der Dramadynamiken war für mich trotzdem faszinierend – und ich persönlich geh auch noch weiter – und hab begonnen, die Idee zu verfolgen, dass es innerhalb der primären Ausrichtung noch eine sekundäre geben kann, welche wieder alle 3 Darmapositionen beinhaltet.
Um es mal anders zu sagen
Meine Langzeitarbeitslosen steckten alle primär in der Opferposition – und das schon seit Jahren.
Aber innerhalb dieser hatten sie noch je eine zusätzliche Ausprägung
Opfer-Täter = die, die immer gleich ein Gegenargument vorweisen konnten, warum etwas nicht funktionieren kann
In Bezug auf Drama waren die auch gleich mit den Argumenten zur Stelle, dass Täter und Opfer nur in Bezug auf echte Verbrechen angewendet werden können. Oder auch jene, welche eben permanente Ablehnung kommunizieren.Opfer-Retter = die, die andere retten wollen, damit sie nicht auf sich selbst schauen müssen
Praktisches Beispiel – eine Teilnehmerin mischt sich in eine Diskussion eines Teilnehmers mit mir – so nach dem Motto „lass unsere ChrisTina in Ruhe“ – woraufhin ich ihr klar machen musste, dass ich mich nicht als Opfer empfinde – und auf ihre Rettung keinen Wert lege.Opfer-Opfer = naja, das ist dann ganz heftig und die halte ich persönlich überhaupt nicht aus
Davon gabs auch einige Beispiele – da gabs absolut nichts, was auch nur in irgend einer Weise positiv gesehen hätte wären können. Jeglicher Versuch, diesen Menschen irgendwie bei zu stehen, wurde sofort wieder als Angriff interpretiert.Sorry, dass ich jetzt ins Persönliche abgeschweift bin, aber diese Thematik hat mich jetzt die letzten 2 Jahre voll fasziniert. Vielelicht kann ja wer was damit anfangen.
Wobei – eigentlich wollte ich ganz was anderes sagen – nämlich, dass diese Einteilungen nicht als Bewertung gesehen werden dürfen. Also schon – weil eigentlich ist alles eine Bewertung – aber halt keine automatisch negative Beurteilung.
Für mich ist Täter-Opfer-Retter einfach eine Feststellung, dass es so ist, wie es ist. Und für mich ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass mans einfach erkennt, in welcher Position wir uns grad befinden – um dann daraus die Entscheidung treffen zu können, ob wir darin verbleiben wollen – oder etwas verändern wollen.
Wenn wir in die transformierte Position des „ich bin ok + du bist ok“ kommen, dann haben wir natürlich auch alle 3 Qualitäten aus T+O+R zur Verfügung – allerdings eben nicht in einer dramatischen Rolle – sondern in einer bereichernden.
gepostet am 29.4.2008:
Ich könnte Bücher füllen – naja, teilweise hab ichs eh getan. Ich hatte 2006 eine Umschulungsmaßnahme mit Langzeitarbeitslosen, welche 6 Monate dauerte – und 2007 eine, die 9 Monate dauerte. Beides war ne Mischung aus sportlicher Aktivierung + beruflicher/persönlicher Re-Aktivierung + EDV.
2006 hatte ich EDV und bissale Persönlichkeit – und 2007 hatte ich die Leitung und alles ausser Sport – da hab ich mir dann nach 4 Monaten Unterstützung geholt, weils mich nervlich ziemlich belastet hatte. Jede/r Teilnehmer/in war maximal 4 Monate in der Maßnahme – ganztags – 38 Stunden in der Woche.
Mein Resumee nach diesen beiden Jahren – sowas gebe ich mir nie wieder
und wirkliche Langzeitarbeitslose fühlen sich immer primär als Opfer – sonst wären sie nicht so lange arbeitslos. Primäre Täter tun relativ schnell wieder was – und so richtige primäre Retter gehen zur Not in helfende Berufe, wo sie ihr Rettersyndrom ausleben können.
Achtung: nicht alle Menschen in helfenden Berufen haben das, was ich als Rettersyndrom bezeichnen würde – aber die Häufigkeit ist in diesem Bereich schon erheblich grösser als in anderen Berufen. Rettersyndrom haben auch viele Esoteriker, welche sich selbst als Heiler bezeichnen – meiner Erfahrung nach.
Kurz noch meine Definition von Rettersyndrom – da geht es – in meiner Definition – nicht ums Helfen, sondern um eine Art Sucht, anderen helfen zu müssen, ob die das wollen oder nicht – oftmals geht das dann so weit, dass willige Retter zu Tätern werden, um sich Opfer zu machen – welche sie dann retten können. Dies ist sowas wie ne Hardcore-Variante der von Eric Berne beschriebenen Dramaspielchens. Und Menschen mit Rettersyndrom retten auch meist andere nur aus dem Grund, um sich selbst nicht retten zu müssen.
Also jetzt mal wieder zurückkommend auf die primären Ausrichtungen – ohne Berücksichtigung der jeweiligen internen Abstufungen. Die sekundären Ausrichtungen hab ich dann wie folgt zusammen gefasst
Innerhalb der grundsätzlichen Täterposition gibt es:
Täter/Täter = Täter
Täter/Opfer = Nörgler
Täter/Retter = VerfolgerInnerhalb der grundsätzlichen Opferposition gibt es:
Opfer/Täter = Star
Opfer/Opfer = Opfer
Opfer/Retter = MiesmacherInnerhalb der grundsätzlichen Retterposition gibt es:
Retter/Täter = Missionar
Retter/Opfer = Prediger
Retter/Retter = RetterVielleicht könnt ihr ja auch mit diesen „Beschreibungen“ etwas anfangen. Ist alles meine persönliche Meinung, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit
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