WERTe und urTEILE
Ich möcht auch hier mal einige Beiträge aus Foren zusammen tragen, um sie denen, die sie lesen wollen – komprimiert zur Verfügung zu stellen.
Am 11.11.2007 schrieb ich im „The Secret-Forum“
Hi ihr Lieben,
nachdem ich immer wieder lese, dass wir das Bewerten lassen sollen frage ich euch – warum?
Was ist schlecht an BeWERTungen?
Was ist so verkehrt daran, dass wir Dingen und Situationen und auch Menschen einen bestimmten Wert zugestehen, welchen sie in unserem Leben haben?
Also ich persönlich unterscheide zwischen Be-wert-ungen und Be-urteil-ungen und Ver-urteil-ungen – und für mich persönlich empfinde ich eigentlich nur Ver-urteil-ungen als nicht unbedingt empfehlenswert in Bezug auf ein eigenes erfülltes Leben.
Wie seht ihr das?
Und nach zahlreichen Antworten dann am 29.7.2008 meine Zusammenfassung
Vielleicht sollten wir auch einfach die beiden Begriffe nicht vermischen, denn wenn wir etwas beWERTen verURTEILen wir noch lange nicht. Wenn wir aber das beWERTen als „pfui“ verURTEILen, dann kann da zwar das beWERTen nicht wirklich was dafür, sondern einfach, dass wir eben nicht unterscheiden zwischen beWERTen und beURTEILen und verURTEILen
Allein schon das beWERTen des Begriffes BeWERTung ist genau das – eine BeWERTung.
Ich persönlich bin überzeugt davon, dass es ein Leben ohne BeWERTung gar nicht geben kann, sonst würden wir möglicherweise Abfall essen und vergiftetes Wasser trinken. Da wir aber Abfall als eher nicht gesundheitsförderlich beWERTen essen wir lieber gesunde Nahrungsmittel.
An und für sich ist der Begriff BeWERTung und auch beWERTen WERTneutral – erst das, was wir dann da rein interpretieren ergibt die BeURTEILung der Situation – und manchmal dann die VerURTEILung ev. sogar eines Menschen.
Wenn ich jemanden treffe und ich fühle mich nicht wohl in dessen Nähe, dann ist es eine BeWERTung, dass ich mich nicht wohl fühle – das heißt aber nicht zwangsläufig, dass ich diesen Menschen als was-auch-immer verURTEILe.
Für mich persönlich hat BeWERTung immer was mit mir selbst zu tun – tut mir das gut? Wenn nicht, dann vermeide ich derartiges in Zukunft – wenn es mir gut tut, gönne ich es mir verstärkt. Wenn ich Situationen allerdings nicht beWERTen würde, würde ich mich möglicherweise Zeit meines Lebens selbst fertig machen, weil ich eben gar keine Chance habe zu erkennen, wie es mir damit geht.
Ich gestehe, ich finds sogar sehr gut, auch mich selbst immer wieder mal neu zu beWERTen, mich zu hinterfragen, ob mein SelbstWERT dem entspricht, was ich gerne hätte – von daher habe ich persönlich auch kein Problem damit, wenn mich andere beWERTen.
Was mich allerdings zB stört ist, wenn sie das ungefragt tun, weil ihnen einfach danach ist, andere nieder zu machen, um sich selbst als WERTvoller empfinden zu können. Auch das ist jetzt aber wieder eine BeWERTung von meiner Seite, die für mich persönlich wichtig war, um nicht mehr zu glauben, mich derartigen weiterhin aussetzen zu müssen.
Wie gesagt, für mich sind beWERTen und beURTEILein und verURTEILen 3 teilweise grundlegend verschiedene Begriffe. Auch beURTEILen ist weit weniger verURTEILend, als etwas oder jemanden zu verURTEILen.
und Ergänzungen:
Wenn ich verURTEILe muss ich zwar vorher beWERTet haben, aber ich kann beWERTen, ohne zu verURTEILen – von daher bedingt zwar das eine das andere, aber nicht das andere das eine.
Für den Moment der BeWERTung stimme ich dir zu – schließt in meinem Weltbild aber nicht aus, dass ich mich irgendwann anders besinne – und genau das macht für mich auch den Unterschied zwischen beWERTen und verURTEILen aus.
Wenn ich jetzt den Regen für mich als „tut mir nicht gut“ beWERTe, dann ist das in dem Moment so, wie es ist – wenn es jetzt bei der BeWERTung als solche bleibt, dann gehe ich beim nächsten Mal trotzdem wieder raus – und beWERTe ihn diesmal ev. als voll angenehm.
Wenn ich aber gleich beim ersten Mal den Regen dazu verURTEILe, dass er für mich prinzipell und immer schlecht ist, dann ist das keine BeWERtung mehr sondern eben eine VerURTEILung – in meinem Weltbild.
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