Weltbilder bilden Welten

von Don Quijote bis Pippi Langstrumpf

geheimnisvolle Alltags-Dramen

Nachdem ich grad in einem der beiden „The-Secret“-Foren über einen meiner Threads zum Thema „gestolpert“ bin, möchte ich euch auch gerne ein paar Aussagen von dort hier herüber kopieren.

Alltags-Dramen

Gehört – für mich – auch zum Geheimnis des Geheimnisses – die Beachtung der großteils unbewusst laufenden alltäglichen Dramen. Die Theorie kommt aus der Transaktionsanalyse und wurde dann in unterschiedlichsten Richtungen weiter ent-wickelt.

Für mich gibt es einige wenige Basics, die, wenn ich sie in meiner alltäglichen Arbiet beachte ganz nützliche helferchen darstellen ;-)

Da gibt es eben mal die dramatischen Postionen, die stellen sich dar als

Täter => der, welcher agiert ohne Rücksicht auf Verlust
Opfer => der, welcher sich immer als das Opfer der Umstände sieht
Retter => der, welcher andere – wovor auch immer – retten möchte

Und dann eine transformierte Position, in welcher auch alle drei unterschiedlichen Ansätze aufsgelebt werden können – ohne jedoch wieder ins Drama zu fallen, da wird

der Täter zum Aktiven
das Opfer zum Kreativen
der Retter zum Coach

Wenn wir nochmal auf die Transaktionsanalyse (TA) zurück kommen, wurde bei diesem Denkmodell auch das sogenannte Lebensskript erforscht, dass sind generelle Annahmen, welche unbewusst gelebt werden.

Dieses Lebensskript beginnt schon ganz früh und manifestiert sich vorweg als

ich bin nicht ok – aber du bist ok

und führt manchmal, wenn Kleinkind drauf kommt, dass die Eltern doch auch nur Menschen sind zu

ich bin nicht ok – und du bist auch nicht ok

Wenn Kind sich dann weiter ent-wickelt kann es dann zu einer Umkerhung des ersten Skriptes kommen, nämlich zu

ich bin ok – aber du bist nicht ok

Diese drei genannten Lebensskripte können wir jetzt auch auf unsere Dramapositionen umlegen

Täter = ich bin ok – du bist nicht ok
Opfer = ich bin nicht ok – du bist ok
Retter = ich bin nicht ok – du bist nicht ok

Normalerweise rotieren diese Dramapositionen – je nach Bedarf – ohne über diese Thematik nach zu denken schaffen es aber diewenigsten, wirklich aus dieser Dramaspirale raus zu kommen.

Denn – wie kommen wir in die transformierte Position?

Ganz einfach – durch eine Ver-Änderunge dieses unseres Lebensskriptes – oder auch – unserer Lebensphilosophie

Kommen Opfer und Retter aus dem Kind-Ich
und der Täter aus dem Eltern-Ich

So können wir diese Positionen eben bewusst transformieren in das sogenannte Erwachsenen-Ich, bzw. in ein Lebensskript von

ich bin ok – du bist ok

Das wars auch schon. Vielleicht ist ja für irgend wen was dabei. Wenn nicht, machts auch nix – mir wars auf jeden Fall grad mal ein Bedürfnis, drauf hin zu weisen.

Es geht nicht darum, Skripte zum verschwinden zu bringen – es geht – zumindest mir – eher darum, mal den anderen Skripten auch ne Chance zu geben – sie aus zu probieren – und danach jeweils situationsbedingt entscheiden zu können, wie man weiter tun möchte.

Wenn ich jetzt von Täter und Opfer und Retter ausgehe, dann komm ich aus den Dramapositionen eben ganz einfach raus, wenn ich mein Denken in die Richtung ver-ändere:

ich bin ok + du bist ok

Denn dann kann ich nicht länger in den Dramapositionen verharren – schon mal rein fallen – erkennen – entscheiden, ob ichs mir grad gebe – oder einfach wieder aussteigen in Hinblick darauf, das wir beide gleich-wertig sind.

In der TA ist „das Rezept schlechthin“ sich nicht ins Drama hinein ziehen zu lassen – was auch nur dan geht, wenn ich die Dramapositionene als solche erkenne.

Beispiel – Arbeitskollege/in kommt zu mir und beklagt sich (Opfer) über eine andere Person (Täter), welche ihr irgendwas angetan hat. Jetzt hab ich die Chance, diese Rettereinladung an zu nehmen – und zu versuchen, das Opfer vor dem bösen Täter zu retten – was mich möglicherweise selbst zum Täter macht – oder ich kann sagen, „du, sorry, das kannst du nur mit derjenigen klären, welche dir das angetan hat – wie könnte ich dich dabei unterstützen?“

Oder aber – jemand beschuldigt (Täter) mich wegen irgendwas (Opfer) – wenn ich jetzt zB in irgend ein Forum ginge um mich bemitleiden zu lassen, würden sich sicher einige Retter finden, die mir gerne zur Hilfe eilen. Wenn ich aber dem Täter Paroli biete und sage – mit mir nicht, dann wird er selbst zum eigenen Opfer, dass dann meist nicht weiss, wie es sich selbst retten könnte undoftmals nur mehr wild um sich schlägt.

Was mir persönlich immer wieder passiert ist, dass eben Opfer glauben, sich von mir retten lassen zu können – und wenn ich dann nicht drauf einsteige, suchen sie sich halt einen anderen Retter, der sich mir gegenüber als Täter aufspielen will, um das arme Opfer zu retten.

Oder auch, jemand kommt als Täter auf mich zu und hätte mich gern als Opfer – ich steig allerdings nicht drauf ein – dann werden oftmals auch die schon bereit stehenden willigen Retter gefrustet und zornig ;-)

Ausstieg aus dem Drama

Naja, bewusst werden, welche Dramaposition man grad belegt – und dann bewusst entscheiden, ob man mal ne Runde im Dramaddreieck mitfahren will – oder anerkennen, dass das Gegenüber gleich-wertig ist – und ihm auf dieser Ebene gegenüber treten – wenns das Gegenüber denn zulässt.

Anders gesagt, egal, ob ich davon ausgehe, dass ich oder du oder wir beide uns nicht ok fühlen – wenn ich diese Einstellung – permanent – verändern kann, dann kann ich auch jederzeit wieder in dieses Feeling zurück kehren.

Geht nicht von heut auf morgen – und beginnen kann man damit, einfach mal der Idee eine Chance zu geben, dass wirklich alle gleich-wertig sin könnten, ob sie sich so aufführen oder nicht.

TA-mäßg ausgedrückt – wenn beide vom Kind-Ich oder Eltern-Ich ins Erwachsenen-Ich kommen können, dann erledigt sich das eigentliche Drama von selbst und löst sich sozusagen in Luft auf.

Wenn wir vom Dramadreieck ausgehen, dann stellt sich die Situation so dar:

Ich swhreibe etwas – relativ neutral – und diskussionsfreudig.

Jemand kommt, empfindet mein Thema als irrelevant und beginnt sein eigens Thema rein zu bringen – würd ich jetzt mal sagen – ist eher Täteraktivität.

Wie reagiere ich?

Als Opfer hätte ich leise vor mich hin geweint und mein Thema als uninteressant abgewertet – und da ja xxxxxxxx es eh besser wissen muss als ich, bin ich sowieso die, die nicht ok ist – und verkrieche mich in ein kleines schwarzes Mauseloch.

Spielt es nur bei mir halt nicht – ich hab keine Lust, für irgend wen Opfer zu spielen, nur damit der wieder glücklich ist.

Und dann kommt ja auch gleich yyyyyyyyy als Paradebeispiel eines Retters herangeritten – und da ich mich nicht zum Opfer machen lasse – muss ein anderes her – egal, ob der das will oder nicht. Also versuchst yyyyyyyyy xxxxxxxx zu retten, indem yyyyyyyyy sich vor mir als Täter aufbäumt und seinen Frust ablässt.

Au weia – und ich werd auch für yyyyyyyyy nicht zum Opfer – im Gegenteil – ich lebe mal wieder meinen Täter aus – und werfe yyyyyyyyy dadurch auf aich selbst zurück – weil ich aeine Dramaeinladung nicht annehme.

Retter – also in der vom Dramadreieck ausgehenden Definition dieses Begriffes – leben das Skript:

ich bin nicht ok und du bist nicht ok

Natürlich unbewusst – normalerweise – zumindest so lange, bis sie sich mit dieser Idee beschäftigen – danach kanns natürlich auch sein, dass sie die dramatische Retterdynamik wieder ablegen.

Andererseits dürfte man dann auch nicht mehr nur bei anderen das wahrnehmen, was man in sich selbst verleugnet, sondern müsste die ganzen Gesetze wirklich auf sich selbst anwenden – und das ist natürlich nicht nur ungewohnt – sondern auch eine grosse Verantwortung.

Da ist es sicher oftmals lustvoller, andere zu retten, sich dadurch einen scheinheiligen Heiligenschein zu zu legen – und weiterhin in der Rettergeschichte zu verharren – weil es ja auch das Gewohnte und Bekannte ist.

Wenn sich jetzt jemand, der sich in dieser Position befindet, mit dieser Position auch beschäftigen würde, dann würde dieser Person relativ schnell bewusst werden, dass sie zwei Chancen hat

-> entweder rettet sie weiter andere, um nicht auf sich selbst schauen zu müssen
oder
-> sie schaut auf sich selbst, erkennt die eigenen blinden Flecken, kann sie heilen – und braucht nicht mehr die Menschheit zu retten.

Vielleicht noch eins dazu gesagt – ich scheibe hier eben von den Dramapositionen dieser Ausprägungen – also wenns jemand – teilweise sogar manchmal selbstzerfleischend – praktiziert und auslebt.

Menschen, welche es nicht aus der Motivation von „ich rette lieber andere, um nicht auf mich selbst schauen zu müssen“ heraus agieren sind dann nämlich keine Retter mehr, sondern eben Helfer oder Coach, die aus ihrer Mitte heraus re-agieren können.

Den Unterschied erkennt man an der jeweiligen Selbstreflexion, sofern man eben nicht selbst in einer der Dramapositionen verstrickt ist – und nichts ausserhalb dieser ureigensten Wahrnehmung zuläßt.

Es gibt da natürlich auch viele Abwandlungen in diesen drei Positionen – in meiner Arbeit mit Langzeitarbeitslosen sind speziell die Opfer-Kombinationen immer wieder mal in Erscheinung getreten. auch das waren für mich super Erkenntnisse.

Vielleicht könnt ihr – die ihr euch dafür interessiert – oder auch nur mit liest – nach vollziehen, wie es für ein Opfer sein muss, wenn es sich in die

-> Täterposition

oder in die

-> Retterposition

begibt.

Da gabs einige witzige Vorkommnisse – alleinerziehende Mutter mit einem sogenannten Indigokind welches ihr voll auf der Nase rum tanzt – die dann im Kurs mich vor einem Teilnehmer retten wollte – wenn der gleiche Teilnehmer sie persönlich ansprach verfiel sie und wurde zu einem nachhaltigen Opfer.

Oder auch die als Täter auftretende Opfer, welche sich immer mit irgendwen anlegen müssen, damit sie von ihrem eigenen Elend ablenken – in Bezug auf das Arbeitsmarktservice wurden sie dann allerdings immer wieder zum Vollblut-Opfer.

Ich gestehe, ist eine Thematik, die mich einfach fasziniert – und auch ganz einfach nach zu prüfen wäre, wenn man eben der Idee eine Chance gäbe, dass was dran sein könnte.

Was in diesen Umschulungsmassnahmen auch so genial war – ich hab diese Thematik mehrfach und in unterschiedlichsten Gruppen eingebracht. Bei der letzten Aktion, hab ich nicht vorher bestimmt, welche Teilnehmer sich mit welcher Position beschäftigen sollten – sondern sie sollten sich vorab gruppieren – und dann durften sie ihre Dramaposition verdeckt wählen – sprich ein umgedrehtes Kärtchen ziehen – und es paßte bei allen.

Die Gruppen hatten sich so zusammen gefunden, dass alle die gleichen Preferenzen hatten – und auch die gezogenen Rolle war genau ihre. Und was noch interessant war – sie konnten mit ihrem Thema nichts anfangen – zu allen anderen Positionen fiel ihnen viel mehr ein als zur eigenen.

Retter bist du nur, wenn du im Drama verhaftet bleibst – und jeden retten musst, unabhängig davon, ob der gerettet werden will oder nicht.

Wenn du aus einer transformierten Position heraus agierst muss es nicht sein, dass du als Coach in der Retterpostion bist – ganz im Gegenteil – du agierst zwar aus einer helfenden und flexiblen Position heraus – aber nicht aus der dramatischen Retterposition.

Vielleicht noch was dazu – hatte ich wahrscheinlich nur viel zu kurz angeschnitten

Wenn ich aus dem Drama rauskomme – eben zB durch „ich bin ok + du bist ok“ – dann wird automatisch

Täter zu Realist = die/der Aktive = Macher (lt Trinergy®)
Opfer zu Künstler = die/der Kreative = Muse (lt. Trinergy®)
Retter zu Begleiter = die/der Flexible = Mentor (lt. Trinergy®)

Dezember 31, 2008 - Verfasst von ChrisTina Maywald | weiterführende Gedanken | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

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