Clare Graves und Bert Hellinger
Hallo ihr Lieben,
ich möchte an einige Diskussionen in der NLP.Gruppe auf Xing anschliessen
Aufstellungen – WANN, WER, WIE
und mich mit der Thematik Bert Hellinger – aus Sicht des Graves.Modells bzw. Spiral.Dynamics beschäftigen – weil mich diese Idee grad nachhaltig fasziniert – bzw. mir grad eben die Erklärung dafür geliefert hat, was – neben seiner doch eher offensichtlichen Vater.Doppelbelichtungs.Thematik noch an der Polarisation zu seiner Person an sich beiträgt.
Vorab noch einige Worte zum Vater.Thema: nachdem eine meiner Leidenschaft ist, zu erkunden, warum Menschen so re.agieren, wie sie es tun – bin ich vor einiger Zeit zur Erkenntnis gelangt, dass Menschen, die mit Bert Hellinger als Person ein Problem haben – oftmals auch ein Vater.Thema ihr eigen nennen.
Diese Hypothese wurde mir bewusst, weil ich eine Zeit lang in meinem realen Er.Leben auch immer wieder feststellte, dass einige der Menschen, die mit mir – im realen Er.Leben – ein Problem haben, oftmals ein Mutter.Thema haben.
Aber das erklärte mir dann nicht, warum Menschen, die ihn – oder auch mich – gar nicht real “kennen” – manchmal nachhaltig – und teilweise fast schon aggressiv – auf ihn – oder auch mich – re.agieren – und diese Erkenntnis kam heute durch die Erwähnung von Graves.
Und jetzt ist es schlagartig klar – für mich – und für mein WeltBild auch absolut stimmig und nachvollziehbar.
Ich hatte ja schon mal an früherer Stelle geschrieben über Mangel und Fülle – dass ich mit der Hypothese, dass bis zum personalistischen Level von Graves / Spiral Dynamics eher Mangelbewusstsein herrscht – und danach erst die Fülle gelebt werden kann, bzw. Mensch ins “SEIN” kommt – nicht nur anfreunden kann, sondern es für mich auch einiges erklärt.
Jetzt mal bezogen auf die Aussagen von Bert Hellinger – Menschen, die im Mangelbewusstsein verhaftet sind, sind sicher oftmals auch anfällig dafür, bestimmte und “bestimmende” Aussagen als Wertung zu empfinden – geht ja auch gar nicht anders – wenn ich Mangel an irgendwas habe, dann ist, wenn mir wer sagt, dass ich etwas tun müsse, um mein Wohlbefinden zu steigern – dies eben auch ein Hinweis, dass das, was ich bis jetzt getan habe, nicht “gut genug” war – und ich mich mehr bemühen müsste.
Und dann re.agieren halt Menschen in unterschiedlichsten Graves.Level eben auch unterschiedlich.
Interessanterweise habe ich noch nie irgend welche Mißstimmigkeiten und Wertungen – in Bezug auf Bert Hellinger – erlebt bei Menschen, wo ich schätzen würde, dass sie die Stufen des Mangelbewusstseins schon durchschritten haben oder hatten.
Ich möchte als Beispiel die absolutistische Stufe nehmen – da geht es um Ordnung und Struktur – um einen festen Rahmen, innerhalb dessen sich Mensch bewegt – und dann kommt jemand und behauptet etwas – selbst davon überzeugt – auch durch jahrelange entsprechende Erfahrung – und ein absolutistisch denkender Mensch nimmt das als Gesetz wahr – und bemüht sich wahrscheinlich auch, danach zu handeln.
Dem gegenüber stelle ich jetzt mal die personalistische Stufe – wo es um ein Miteinander geht – wo es keine Hierarchien gibt – ja, nicht geben darf – und dort eckt es dann nachhaltig – weil da maßt sich dann wer an, über “generelle Ordnungen” zu sprechen oder zu schreiben – und das muss ja zwangsläufig abgelehnt werden, weil einfach nicht sein darf, was nicht ins aktuelle WeltBild passt.
Wie schon erwähnt – bei systemisch oder holistisch oder auch transpersonal – kann das Thema förmlich gar nicht mehr hoch kommen, dass irgend wer eben Regeln aufstellt, die man beherzigen müsste – sondern, wenn wer was behauptet, wird das hinterfragt – für sich selbst – angeschaut – und das draus gemacht, was für die jeweilige Person – oder auch für den jeweiligen Klienten – passend ist.

Fällt mir äußerst schwer mich in dieser Mundart des Graves-Sprech zurechtzufinden und mitzukriegen welche Einsicht hier zur Diskussion gestellt werden soll. Außerdem scheint mir der Text völlig überladen mit nicht näher erläuterten Behauptungen. Sicher, es gibt ein Bewußtsein von Mangel – ist es das, was hier “Mangelbewußtsein” genannt wird? Und auf welche Art und Weise läßt sich so etwas undefiniertes wie “Mangelbewußtsein” mit ganzen Entwicklungsstufen verknüpfen? Und dann: “systemisch oder holistisch oder auch transpersonal” – sollen das Synomyme sein? “Absolutistische Stufe”, “personalistische Stufe” – das klingt alles sehr geborgt und schablonenhaft und ich weiß nicht welche tatsächliche eigene Sicht und Einsicht hier mitgeteilt werden sollen. Also es geht irgendwie um zwei verschiedene Bewußtseinsstrukturen, eines in dem die Erfahrung von Mangel eine große Rolle spielt, ein anderes in dem die Erfahrung von Fülle vorherrscht. Sind das die entscheidenden Unterscheidungsmerkmale der beiden Strukturen um die es Dir im Zusammenhang mit einer unreflektierten Befürwortung oder Ablehnung von Hellinger geht? Wenn ja warum? Versuch’ doch mal Dich in eigenen Worten und ohne ständiges Hinzuziehen halb-verdauten Graves-Sprechs auszurücken. Was hast Du unter welchen Umständen beobachtet? Worin besteht die spannende und möglicherweise für andere relevante Einsicht (im Unterschied zu kreativen bis wilden Assoziationen und gedankenloser Eingliederung in ausgeborgte Schablonen) ?
Worums mir geht?
Um meine Erkenntnis, dass Graves-4er einfach Rollenvorbilder entweder lieben oder hassen können – aber es gibt keine Grauzonen dazwischen – und dem gegenüber Menschen ab Stufe 7 einfach kein Problem damit haben, sich aus Aussagen derartiger, ich nenns einfach mal so “Rollenvorbilder” jeweils das raus zu nehmen, was ihres ist.
Sorry – ohne Graves gehts in Zusammenhang mit Graves einfach nicht – ich hab nicht vor, das Rad neu zu erfinden
Einen Überblick über die von Graves entwickelten Stufen gibts in der entsprechenden Leseprobe hier – http://weltbilder.wordpress.com/2008/06/15/graves-modell/ – bzw. tausendfach im Internet – entweder unter Graves-Modell oder auch Spiral Dynamics.
Und es gibt die Theorie, dass die ersten 6 Stufen aus dem Mangel heraus agieren, während dies ab Stufe 7 dann eben nicht mehr der Fall ist.
Und dann auch noch eben die Erkenntnis, wenn ich jemanden, der im Mangelbewusstsein lebt, was weg nehme – oder ihm sage, dass er eben etwas nicht haben kann – aus welchen Gründen auch immer – er sich nachhaltiger auf den Schlips getreten fühlt – als wenn das jemanden passiert, der sich bewusst ist, dass er aus der Fülle schöpfen kann und darf.
Keine Ahnung, ob ich jetzt auch wirklich verstanden hatte, was du wissen wolltest. Falls nicht, einfach nochmal nachfragen.