Weltbilder bilden Welten

von Don Quijote bis Pippi Langstrumpf

Graves Modell

Das Modell der Entwicklungsstufen von Personen und Organisationen nach Claire Graves. Basiert Maslows Bedürfnispyramide auf Stufen, welche eine nach der anderen durchlaufen wird, geht Graves von einer spiralförmigen, bzw. wellenartigen, Weiterentwicklung des Menschen aus.

Vorweg möchte ich allerdings auch das Graves-Modell als Art Pyramide darstellen, zur besseren Vergleichbarkeit mit Maslows Bedürfnispyramide:

ChrisTina Maywald, Weltbilder bilden Welten, Clare Graves Modell, Sachbuch, Verlag Edition ZAunreiter

Dieses Modell beschreibt die Entwicklungsstufen der Menschen. Auch hier ist es so, dass keine Stufe übersprungen werden kann. Aber wie auch schon bei der Bedürfnispyramide nach Maslow kann es auch hier sein, dass auf Grund widriger Umstände wieder auf eine frühere Stufe zurück gegangen wird.

Die Stufen an sich sollten wir uns in Form einer Zeitlinie vorstellen:

1. Jeder Mensch beginnt mit der reaktiven Stufe, hierbei geht es ums nackte Überleben, oder auch um die primären Bedürfnisse eines neu geborenen Babys.

2. Danach kommen wir zum tribalistischen Erleben, wo die Familienzugehörigkeit erkannt und definiert wird, wo wir vom ich zum du kommen und unsere Umgebung bewusster wahrnehmen.

3. Die egozentrische Phase ist dann meist die Zeit der Pubertät, in der man sich selbst als Mittelpunkt der Welt sieht.

4. Nach der Pubertät kommt dann meist die absolutistische Zeit des polaren Denkens und Handelns, wir unterscheiden in schwarz und weiß, bzw. in „gut“ oder „böse“ und beharren oftmals verbissen auf unseren Standpunkten.

5. Während der materialistischen Phase wird uns die Sicherung unserer materiellen Erfolge wichtig.

6. Nach Erreichen unserer beruflichen Ziele kommen wir oftmals in die sogenannte personalistische Phase, wo es ums „wir“ geht, hier beginnt man sich für zwischenmenschliche Hilfestellung zu interessieren, sich sozial zu engagieren.

7. In der systemischen Phase beginnt das zusammenhängende Denken, das Erkennen von systemischen Zusammenhängen in allen Lebensbereichen.

8. Die holistische Phase ist eben das ganzheitliche Denken unter Einbeziehung einer generellen Einheit. Anders gesagt geht es hierbei darum, dass die Elemente eines Systems durch deren strukturierten Beziehungen zueinander bestimmt werden.

9. In der transpersonellen Phase geht es nicht mehr um uns als Individuum, sondern um Erkenntnisse jenseits der Erfahrungen einzelner Personen.

Ich habe hier die Entwicklung eines Menschen skizziert, wie sie von Statten gehen kann. Oftmals passiert es jedoch im Laufe der Zeit, dass sich diese Entwicklung längere Zeit auf einem bestimmten Level einpendelt und einiger Mühe bedarf, um dann wieder weiter schreiten zu können.

Wieder mal gleich vorweg: Es geht weder um Bewertung noch Beurteilung. Es geht um eine eigene Bestandsaufnahme, ein Erkennen und Annehmen, auf welcher Stufe jede/r von uns sich selbst einordnen würde.

Und vielleicht auch mal im Bekanntenkreis drüber zu diskutieren und ein Feedback von guten Bekannten ein zu holen. Es kann hierbei zu überraschenden Erkenntnissen kommen.

Um auch einen quantitativen Vergleich ziehen zu können, möchte ich gleich auch anmerken, dass sich über 90 % der Menschheit in den Stufen drei bis sechs bewegen.

Sie brauchen sich also keinen Stress zu machen, wenn Sie sich selbst der Stufe vier oder fünf zuordnen würden, dabei befinden Sie sich in guter Gesellschaft mit dem Großteil der Menschheit.

ChrisTina Maywald, Weltbilder bilden Welten, Clare Graves Modell, Sachbuch, Verlag Edition ZAunreiter

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Juni 15, 2008 - Posted by | Leseproben | , , , , , , , , , , , , , , ,

1 Kommentar »

  1. Hier noch ein toller weiterführender Link zum Thema:
    http://www.graves-systeme.de/stufenmodell.html

    Kommentar von ChrisTina Maywald | Juli 22, 2008 | Antwort


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